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Offshore
Windparks und milde Winter.
Beitrag von
Schifffahrt, Fischerei, Windparks etc.
22. Februar 2015
Der Umrühreffekt
Der laufende Winter
2014/15 ist bisher kein Winter in Nordeuropa (Fig. 1-2). Sind dafür anthropogene Aktivitäten in Küstenmeeren,
Nord-und Ostsee mitverantwortlich? Vermutlich ja! Wer den heißen Kaffee
umrührt, kühlt ihn. Ende August haben die Seegebiete ihr höchstes
Wärmepotential erreicht. Mehrere zehntausend Schiffschrauben durchwühlen die
See bis zu einer Tiefe bis zu 15 Metern. In der Nord- und Ostsee sind ständig
zig-tausend größere Motorschiffe in See. Mehrere tausend auf dem Meeresgrund
aufgestellte oder verankerte Offshore Anlagen bilden einen permanenten
Widerstand für die Meeresströmung und Tiden und verwirbeln riesige Wassermengen.( Fig. 3-8) Die Folgen sind wie beim Umrühren
einer heißen Suppe. Wärmeres Wasser wird an die Meeresoberfläche gebracht und
speist Wärme in die Atmosphäre ein. Die Luft wird wärmer und der Winter
milder. Der Zusammenhang ist unübersehbar. Er wird von der Klimaforschung und
von Genehmigungsbehörden z.B. für den Bau von Offshore Anlagen nicht
erörtert, bzw. berücksichtigt.
Über Wintersaison stärkste
Erwärmung
Dabei
ist die Ausgangslage für eine Untersuchung sehr eindeutig. In Europa ist die Durchschnittstemperatur im
letzten Jahrhundert um 0,9 °C
angestiegen. In den letzten rund 30 Jahren lag der Erwärmungstrend um rund
0,41 °C pro Dekade deutlich höher als das globale Mittel von
+ 0,17 °C, wobei die Erwärmung besonders stark in Zentral- und Nordosteuropa ausgeprägt war,
und die Wintertemperaturen stärker angestiegen sind als die
Sommertemperaturen (Ref.).
Das gilt auch für die
Nordseewassertemperaturen, die sich schneller erwärmen als andere Meere, laut
einer Aussage des Alfred
Wegner Instituts 2012. Im Jahr 2014 sei mit 11,4°C der höchste Jahresdurchschnitt
ermittelt worden und lag um 1,5°C höher als das langfristige Mittel,
verlautbarte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie im Februar
2015 („Schiff & Hafen, 2015, S. 56).
Ähnliches
wird über die Ostsee berichtet. Sie erwärmte sich pro Dekade um rund 0,03°C stärker
als andere Seegebiete. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Ostsee um etwa
0,85 °C wärmer (Ref.). Das hatte
unmittelbare Auswirkung auf die Lufttemperaturen, wie DER SPIEGEL schon vor einigen
Jahren berichtete: „….die Temperaturen im Ostsee-Raum sind um ein
Zehntel Grad mehr gestiegen als auf der gesamten Erde im Durchschnitt…. Die
Erwärmung der Luft sei im nördlichen Ostsee-Bereich mit einem Grad stärker
gewesen als mit 0,7 Grad im südlichen Bereich.“ Die Differenz zwischen Nord und Süd erklärt
sich dadurch, dass die südliche Ostsee flacher ist als die östliche Ostsee,
d.h. viel weniger Wasservolumen zur Verfügung steht für die Wärmespeicherung
(Sommer) und Wärmeabgabe (Winter). (Fig. 9-13) Die überproportionale Wasser- und Lufterwärmung ist
evident. Diese auf den globalen Klimawandel zurückzuführen, ist wenig
überzeugend. Wie soll denn der ‚globa le Klimawandel‘ gezielt eine höhere Erwärmung dieser
Regionalmeere bewirken? Im Gegenteil - Die Frage müsste lauten, was haben die
Schifffahrt und Offshore Anlagen zur globalen Erwärmung beigetragen?
Mehr Wärme rein – Mehr Wärme
raus.
Wie wichtig das vorhandene Wasservolumen ist,
zeigt ein Beispiel aus der Ostsee. So betrug die Zunahme der mittleren
Wassertemperatur bei Gotland seit 1993 fast 6°C und um Bornholm herum etwa
8°C (Ref.). Die mittlere
Wassertiefe der Ostsee beträgt 52m
(Nordsee 94m) und ist in der südlichen geringer als in der östlichen
Ostsee. Zu der markanten
Differenz von zwei Grad kann unterschiedlich hohes
Schiffsverkehrsaufkommen beitragen. Laut HELCOM sollen permanent
2000 größere (sizable) Schiffe die Ostsee befahren. Praktisch bedeutet dies,
dass diese Armada die gesamte Wasseroberschicht der Ostsee, bis zu 10 Metern
und mehr, innerhalb von zwei Wochen einmal ‚umrührt‘. Dies wirkt in der südlichen
Ostsee wegen des höheren Verkehrsaufkommens stärker, was den größeren
Temperaturanstieg erklären würde. Dass dieser Gesichtspunkt eine Rolle spielt,
ergibt sich aus der Tatsache, dass im Jahr 1900 die Vergleichswerte in beiden
Gegenden, Gotland und Bornholm, noch um die 4 Grad lagen.
Da der Mensch im Laufe eines Jahres in die Wassersäulen
der Nordsee und Ostsee „rührend“ eingreift, wird über die Sommersaison mehr
Wärme in tiefere Wasserschichten und über die Wintersaison wärmeres Wasser
aus der Tiefe an die Oberflache gebracht. Dort wird Wärme in die Luft
abgegeben, bis es zur Seevereisung kommt. Das ist ein Prozedere, das ungefähr
von Anfang September bis Ende März dauern kann.
Die diesbezügliche Ausgangslage gilt auch für die Nordsee. Sie hat rund
das doppelte Volumen und erhält erhebliche warme, salzhaltige Wassermengen
aus dem Nordatlantik. Sie hat daher ein sehr viel höheren Salzgehalt als die
Ostsee. Eine Seevereisung ist in der Nordsee deshalb gering und selten.
Die kleine und große
Wetterlage am 22. Februar 2015 Einfluss bis nach Chicago?
Europa
ist nicht die Welt. Aber Westeuropa
ist das Aufmarschgebiet des Wettergürtels von West nach Ost. Atlantische
Tiefdruckgebiete streben ostwärts (Fig.17), es sei denn, kalte kontinentale
Hochdruckluft stellt sich dem entgegen. Das sind dann die Winter, von denen
man in Europa spricht. Das gelingt besonders, wenn Nord- und Ostsee dem
Atlantikwetter wenig Hilfe leisten, weil sie zu wenig Wärme abgeben können
oder durch Seevereisung daran gehindert werden. In diesem Winter sind sie perfekte Gehilfen und
halten Kälte aus Sibirien von Europa fern. (Fig. 14-16)
.
Doch je stärker das Atlantikwetter
bis über den Ural hinaus die Bedingungen bestimmt, desto weiter wird die
winterliche Polar- und Sibirische-Kälte ostwärts verschoben. Das kann sich
noch in Alaska, Kanada und vielleicht in den USA bemerkbar machen. Dort war
es in den letzten Tagen schon extrem kalt und in der kommenden Woche (22/02
bis 03/02/2015) können Abweichungen vom Mittel bis zu 20 Grad im Minusbereich
betragen (Fig.18-19).
Möglicherweise tragen die warme
Nord- und Ostsee zu der großen Kälte in den USA bei. Auch wenn es nur ein
kleiner Beitrag sein sollte, wir sollten es aber wissen.
Zusammenfassung
Die Faktenlage ist eindeutig. Der
„globale Klimawandel“ kann keinen speziellen Temperaturanstieg in Nordeuropa,
weder in Nord- und Ostsee noch darüber bewirken. Jegliche menschliche
Meeresnutzung beeinflusst die Temperatur- und Salzgehaltstruktur in der
Wasserschichtung von wenigen Zentimetern bis einer Tiefe von 10 Metern und
mehr. Deutlich wärmere Winter in Europa sind eine zwingende Folge.
Text
und alle Fig. auf: http://seatraining.net/e/4_7.html
in PDF
Autor: Dr. Arnd
Bernaerts, Hamburg, Februar 2015 (25/02)
(www.ozeanklima.de)
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