Stefan
Brönnimann : El Niño beeinflusst Klima in Europa; Die
kalten Winter 1940-1942
Hamburg, 19. Oktober 2007
Sehr geehrter
Web_Besucher,
Vor drei Jahren brachte
S. Brönnimann die extremen
Temperatureinbrüche während der Winter 1940-1942 ins
Gespäch. Danach sollen diese drei ungewöhnlich kalten
Kriegswinter des 2. Weltkrieges durch hohe Ozonwerte und einem
El Niño maßgeblich verursacht worden
sein. Darüber berichteten 3Sat und der der
Hessische Rundfunk mit einem gleichlautenden
Beitrag, der mit dem Satz abschloß: „Um den künftigen
Klimawandel einschätzen zu können, muss man die Mechanismen
der Vergangenheit verstehen“. Insoweit ist der
Brönnimann’s Beitrag sehr zu begrüßen. Doch von
einer überzeugenden Erklärung der kalten Kriegwinter ist der
Beitrag weit entfernt.
Zum einen wird nicht erklärt, wie ‚ungewöhnlich hohe
Ozonwerte’ –so sie denn existiert haben- während der
Winterzeit zu tiefen Temperaturen beigetragen haben können, und
sich dies im wesentlichen auf Nordeuropa beschränkte.
Darüberhinaus ist aber insbesondere der behauptete Zusammenhang
mit einem El
Niño nicht überzeugend. Zum einen hatte ein El Niño bereits im Spätsommer 1939 seine
Höhepunkt erreicht. Der ‚Dynamik’, die diesen
Ereignissen zugrunde liegt, widerspricht, daß es einen drei Jahre
andauernden El
Niño gegeben hat. Dazu habe ich bereits in
einem Aufsatz zu den in Pazifik gesammelten Seewassertemperaturdaten
vor 10 Jahren Stellung genommen, mit der Feststellung, daß die
Bedingungen zwischen 1939 und 1945 so ungewöhnlich und
vielschichtig waren, daß von diesen eine sichere Aussage zu der
Dauer des El Niño kaum gemacht werden kann. Dies gilt
auch für die Aussage, daß die Wassertemperaturen im
Nordpazifik ungewöhnlich tief gewesen sein sollen.
In Zusammenfassungen der Brönnimann Thesen der Uni Bern und der Uni Zürich wird auf den Marsch der
deutschen Truppen nach Moskau im Herbst 1941 hingewiesen, die Anfang
Dezember von einem plötzlichen Wintereinbruch überrascht
wurden. Für Temperaturen um 40 Grad unter Null seien die Truppen
nicht gerüstet gewesen. Sie blieben wenige Kilometer vor Moskau
stecken. In weiten Teilen Europas sei es der kälteste Winter des
20. Jahrhunderts gewesen, der dritte aussergewöhnlich strenge
Winter in Folge.
Die tatsächliche Sachlage war dramatischer. Nordeuropa war
für drei Winter plötzlich in die Kleine Eiszeit
zurückkatapultiert worden, so war z.B. der Winter 1939/40 für
Berlin und Halle der kälteste seit 110 Jahren. Diese
Kaltwinter haben unter den Augen der modernen Wissenschaft
stattgefunden, und bedürfen einer Erklärung, da dies viel zum
Verständis der gegenwärtigen Klimadiskussion beitragen
könnte (siehe oben). Die auf dieser Homepage angegebenen Links
führen zu umfassenden Material und Analysen.
Mit freundlichen Grüßen
Arnd Bernaerts